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Der Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 warfen britische und amerikanische Kampfflugzeuge einen Bombenteppich über der Dresdner Innenstadt ab.

In den ersten 15 Minuten des Luftangriffs wurden etwa drei Viertel der Altstadt in Brand gesetzt. Die zweite Angriffswelle der Alliierten in den frühen Morgenstunden verhinderte jegliche Löschaktionen, so dass ein gewaltiger Feuersturm die gesamte Innenstadt erfasste. Die Temperaturen stiegen auf bis zu 1.200 Grad Celsius, wodurch auch die Fenster der Frauenkirche schmolzen, sofern sie nicht bereits durch Sprengbomben zerstört worden waren. Da das Innere der Kirche mit sehr viel Holz ausgestattet war, bot es den eindringenden Flammen reichlich Nahrung. Auch der relativ weiche Sandstein konnte die große Hitze schlecht aushalten und platze, wodurch seine Stabilität verloren ging. Am Morgen des 15. Februars schließlich brachen die ausgeglühten Innenpfeiler unter der Last der Steinkuppel zusammen, das gesamte Gebäude fiel in sich zusammen. Die Frauenkirche war nur noch ein Trümmerberg.

Bis zur deutschen Wiedervereinigung blieb die Ruine des Gotteshauses ein Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Nach der Wende 1989 wurde die Idee des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche immer konkreter. Ein Bürgerkreis um den Theologen Karl-Ludwig Hoch verfasste ein Bittschreiben an die Weltgemeinschaft, das am 13. Februar 1990 um die Welt geschickt wurde. Der Aufruf der so genannten Bürgerinitiative für den Aufbau der Frauenkirche ging als „Ruf aus Dresden“ in die Geschichte ein. Während sich die sächsische Landeskirche gegen einen Wiederaufbau stellte, weil sie die Ruine als Mahnmal erhalten wollte, war die internationale Resonanz auf das Bittschreiben unerwartet hoch. In den USA, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und in Deutschland wurden zahlreiche Fördervereine gegründet, die Geld für den Wiederaufbau des Gotteshauses sammelten. Rund zwei Drittel der Bausumme konnten aus Spendengeldern finanziert werden, den Rest übernahmen Dresden, Sachsen und der Bund. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens beliefen sich auf 180 Millionen Euro. Im März 1991 beschloss die sächsische Landessynode offiziell den Wiederaufbau der Frauenkirche, im Mai 1993 begann die archäologische Enttrümmerung der Ruine. Am 27. Mai 1994 wurde der Grundstein gelegt. Der eigentliche Wiederaufbau begann 1996, Baumeister war der Ingenieur Eberhard Burger (geb.26.7.1943), der für seine Arbeit später den britischen Ritterorden Officer of the British Empire sowie die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Dresden erhalten sollte. Im August 1996 konnte die Unterkirche fertig gestellt und geweiht werden. Am 13. Februar 2000, also 55 Jahre nach der Zerstörung der Frauenkirche, übergab der Herzog von Kent, ein Cousin von Königin Elisabeth II dem Baumeister das neue Turmkreuz. Es wurde aus britischen Spendengeldern finanziert. Im Juli 2001 wurde die Arbeiten an der Innenkuppel beendet, im Mai 2003 konnte auch die Außenkuppel fertig gestellt und geweiht werden. Am 22. Juni 2004 wurden die Laternenhaube sowie das Turmkreuz aufgesetzt und so die äußere Gestalt der Frauenkirche wieder hergestellt. Im letzten Renovierungsjahr schließlich folgten der Innenausbau, die Ausmalung der Kirche sowie der Einbau der Orgel. Die Weihe der komplett renovierten Dresdner Frauenkirche fand am 30. Oktober 2005 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Etwa 60.000 Menschen verfolgten den Weihgottesdienst in der Kirche und auf dem Neumarkt.