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Durchwachsene Zahlen für den Tourismus in Dresden

21. 07. 2016

Die Tourismusbranche in Dresden konnte im Januar einen guten Start in das Jahr 2016 verzeichnen. Im ersten Quartal des Jahres verbuchte die Stadt einem Zuwachs an Übernachtungen von 9,5 Prozent. Im April kam dann der Einbruch: Nach den jetzt vorliegenden Zahlen musste die Dresden Marketing GmbH (DMG) einen Rückgang von 6,7 Prozent im Vergleich zum April 2015 feststellen.

Besucher-Rückgang im April

Die Sprecherin des Stadtmarketings, Karla Kallauch sieht den Einbruch nur bei den deutschen Touristen, die ausländischen Urlauber seien davon nicht betroffen: „Das Minus ist auf Rückgänge aus dem Inland zurückzuführen“, so Kallach. Deutsche Gäste buchten 8,8 Prozent Übernachtungen weniger als im Vorjahresmonat, während die Zahl der ausländischen Touristen weiter steige. Die Urlauber aus dem Ausland hätten laut Kallach 3,4 Prozent Übernachtungen mehr gebucht, das konnte aber den Verlust an inländischen Gästen nicht kompensieren.

Dresden bei ausländischen Gästen sehr beliebt

Für das erste Quartal 2016 hat die DMG 1,038 878 Millionen Übernachtungen registriert, das bedeutet ein Plus von 3,9 Prozent. Deutsche Touristen trugen dazu zu 1,6 Prozent bei, das Plus bei den ausländischen Gästen war mit 15,4 Prozent zweistellig. Eine Prognose für das Gesamtjahr ist laut DMG-Geschäftsführerin Bettina Bunge schwierig: „Die Entwicklung der ersten Monate kann aufgrund des geringen Volumens noch kein Indikator für das gesamte touristische Jahr sein“, gibt Bunge zu bedenken. Für den Tourismus in Dresden stellen die Monate Mai bis Oktober bzw. Dezember die Hauptsaison dar, zu dieser Zeit wird der größte Umsatz in der Stadt generiert.

Den Rückgang im April führt die Chefin des Stadtmarketings auf zwei Faktoren zurück: Das besucherstarke Osterwochenende habe diesmal im März und nicht wie 2015 im April gelegen. Der zweite Punkt sei das sehr unbeständige Wetter im April gewesen: „Ein Aspekt, der sich, gekoppelt an den aktuellen weltweiten Trend zu kurzfristigen Reiseentscheidungen, in touristischer Zurückhaltung niederschlagen kann“, vermutet Bunge.

Tourismus-Verband sieht Politik in der Pflicht

Im April 2016 kamen 20.014 Besucher aus dem Ausland nach Dresden, 1.675 davon aus Großbritannien. Wie sich die Zahl britischer Besucher nach dem Brexit entwickelt, lässt sich schwer vorhersagen. Dresden-Marketing-Geschäftsführerin Bunge sieht andere Herausforderungen für ihr Team: „Wir müssen weiter gegen den Imageverlust im Inland ankämpfen“, so Bunge. Auch gebe es  Erklärungsbedarf wegen der Bettensteuer. Und nicht zuletzt müsse Dresden sich im weltweiten Wettbewerb der Städtereiseziele gegenüber attraktiven Konkurrenten behaupten: „Hier müssen wir mit vereinten Kräften noch intensiver für Dresden national und international werben“, mahnt Bunge.

Johannes Lohmeyer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden, bezeichnete die schlechten Besuchszahlen vom April 2016 als verheerend: „2015 war schon ein schlechtes Jahr, jetzt sind die Zahlen noch einmal gesunken“, klagt Lohmeyer. Dresden werbe zu wenig für sich, das Stadtmarketing sei chronisch unterfinanziert, warnt der Chef des Tourismusverbandes. Leider sehe er keinen politischen Willen, daran etwas zu ändern. Die Kommunalpolitik ignoriere die Tatsache, dass 24.000 Beschäftigte in Dresden im Tourismus ihr Geld verdienten, kritisiert Lohmeyer. „Wenn sich nichts ändert, wird es einen dramatischen Stellenabbau geben“, so die düstere Prognose des Verbandschefs.

Autor: FN