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Geschichte der Frauenkirche Dresden

Die evangelisch-lutherische Frauenkirche in Dresden ist einer der prachtvollsten Kirchenbauten Europas. Aber nicht nur ihre monumentale Größe sondern auch ihre wechselvolle Geschichte machen die Frauenkirche zu einem der bedeutendsten Sakralbauten der Welt.

Erstmals wurde die Frauenkirche im elften Jahrhundert als kleine romanische Missionskirche erwähnt, im zwölften Jahrhundert entstand dann der erste Steinbau als dreischiffige Basilika. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche mehrfach umgebaut und gotische Elemente eingefügt. Bis zur Reformation 1539 war die Frauenkirche die Pfarrkirche Dresdens, ihr ursprünglicher Name lautete in Bezug auf die heilige Maria und Jesusmutter „Kirche Unserer Lieben Frauen“.

Im Zuge der Kirchenspaltung fiel die Kirche an die lutherische Gemeinde Dresdens. Es folgte eine kurze Zeit, in der die Kirche stillgelegt war. 1559 wurde der Gottesdienstbetrieb wieder aufgenommen. Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich die Frauenkirche in einem äußerst maroden Zustand, außerdem war das Gebäude zu klein für die Gemeinde geworden. 1727 schließlich wurde der romanisch-gotische Vorgängerbau der Dresdner Frauenkirche abgerissen.

Im Jahr 1722 beschloss der Stadtrat, einen Neubau an der gleichen Stelle zu errichten. Die Aufgabe wurde dem Architekten und Ratszimmermeister George Bähr (15.3.1666-16.3.1738) übertragen. Bähr arbeitete vier Jahre an der Planung des neuen Gotteshauses, 1726 wurde sein Entwurf dann vom Stadtrat genehmigt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. August 1726. Im Februar 1734 fand eine vorzeitige  Weihe der neuen Frauenkirche statt. 1743, fünf Jahre nach Bährs Tod, wurde der barocke Neubau fertiggestellt. Die Bausumme von 288.570 Talern stammte vorwiegend aus Spenden von Dresdner Bürgern. Eine Besonderheit der Dresdner Frauenkirche ist ihre ganz aus Sandstein gefertigte Kuppel, die mit einem Außendurchmesser von rund 26 Metern die Größte der damaligen Welt war.

Das enorme Gewicht der Steinkuppel (etwa 12.000 Tonnen) und die monumentale Größe des Sakralbaus bedingten kontinuierliche Reparaturmaßnahmen. Erst in den Jahren 1938 bis 1942 erfolgte eine grundlegende Instandsetzung der Kirche durch das Einsetzen von Stahlbetonelementen.

Während des Luftangriffs auf Dresden durch britische und amerikanische Kampfflugzeuge in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte die Frauenkirche komplett aus. Einen Tag später stürzten die Reste des Kirchenbaus ineinander zusammen. Einzig der Altar überdauerte die Feuersbrunst. Der Trümmerberg blieb 40 Jahre lang mitten im Zentrum Dresdens liegen. Verschiedene Versuche der DDR-Behörden die Trümmer zu beseitigen, scheiterten an den Protesten der Bürger. Seit 1966 galt er offiziell als Mahnmahl gegen Krieg und Zerstörung.

Nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der DDR im Jahr 1989 wurde der Wunsch nach einem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche immer konkreter. Der Pfarrer Karl-Ludwig Hoch und gleichgesinnte Dresdner Bürger verfassten ein Schreiben, den so genannten „Ruf aus Dresden“, das sie am 13. Februar 1990, dem Reformationstag um die Welt schickten. 1993 begann die archäologische Enttrümmerung, ein Jahr später war der offizielle Baubeginn. Am 21. August 1996 wurde die Unterkirche fertiggestellt und geweiht. Am 13. Februar 2000 übergab der Herzog von Kent das durch britische Spenden finanzierte Turmkreuz. Mitte 2005 schließlich konnte der Wiederaufbau des Gotteshauses abgeschlossen werden. Am 30 Oktober 2005 fand die Weihe der komplett restaurierten Dresdner Frauenkirche statt.